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03.11.2026 7

DER MAHDI UND DER DAJJAL IN DER ENDZEIT – FURKAN BIN ABDULLAH

DER MAHDI UND DER DAJJAL IN DER ENDZEIT – FURKAN BIN ABDULLAH

DER MAHDI UND DER DAJJAL IN DER ENDZEIT – FURKAN BIN ABDULLAH
 

Der Gegensatz zwischen Tauhid und Schirk durchzieht die Geschichte der Menschheit. Auf der einen Seite steht die Anbetung Allahs allein, auf der anderen die Hinwendung zu falschen Gottheiten und die Erhebung von Geschöpfen über ihre ihnen gesetzten Grenzen. Wer diesen grundlegenden Gegensatz nicht erkennt, kann durch Täuschung und Verführung seine Orientierung verlieren. Deshalb verlangt der Umgang mit den endzeitlichen Prüfungen nicht nur das Wissen über kommende Ereignisse, sondern auch einen gefestigten Glauben.

In diesem Zusammenhang können der Mahdi und der Dajjall als Vertreter zweier gegensätzlicher Wege betrachtet werden: Der Mahdi steht für gerechte Führung im Glauben an Allah, während der Dajjal die Menschen durch Täuschung und seinen falschen Anspruch auf Göttlichkeit verführt. Die Vorstellung, dass die entsprechenden Denkweisen und gesellschaftlichen Entwicklungen bereits vor ihrem persönlichen Auftreten sichtbar werden, ist eine Deutung. Sie darf nicht mit einer ausdrücklich überlieferten prophetischen Aussage gleichgesetzt werden.

Der Mahdi stammt aus der Familie des Propheten Muhammad ﷺ und trägt dessen Namen. Er ist kein Prophet. Seine Aufgabe besteht darin, Gerechtigkeit zu verbreiten, nachdem die Erde von Unrecht geprägt war. Seine gerechte Herrschaft wird mit sieben Jahren beschrieben.

Über seine Einsetzung wird häufig berichtet, dass nach dem Tod eines Kalifen Streit entsteht. Der Mahdi gelangt von Medina nach Mekka und erhält dort zwischen dem Schwarzen Stein und dem Maqām Ibrāhīm die Bayʿa, den Treueid. Die betreffende Überlieferung bei Abū Dāwūd wird jedoch unterschiedlich beurteilt und von einigen als schwach eingestuft. Deshalb sind diese Einzelheiten mit entsprechender Zurückhaltung wiederzugeben.

Im weiteren endzeitlichen Geschehen kommt es zur großen Schlacht, der al-Malḥama. Im heutigen Syrien, bei al-Aʿmāq oder Dābiq kämpft ein muslimisches Heer gegen die in der Überlieferung als „Römer“ bezeichneten Gegner, welche sowohl als die Europäer, als auch Amerikaner gedeutet werden können. Ein Drittel des muslimischen Heeres flieht, ein Drittel fällt und ein Drittel erringt den Sieg. Dass der Mahdi dieses Heer persönlich anführt, wird im betreffenden Hadith nicht ausdrücklich gesagt.

Danach wird Konstantinopel, das heutige Istanbul, eingenommen. Die Überlieferungen schildern eine endzeitliche Einnahme, bei der die Muslime Tahlīl und Takbīr sprechen: Sie bezeugen dabei, dass es keine Gottheit außer Allah gibt, und verkünden Allahs Größe.

Anschließend verbreitet sich eine falsche Nachricht über das Auftreten des Dajjal. Die Muslime kehren nach aš-Šām zurück. Danach erscheint jedoch der Dajjal tatsächlich und stellt die Menschen vor eine gewaltige Glaubensprüfung.

Sein Aufenthalt dauert vierzig Tage, deren Länge außergewöhnlich ist: Der erste Tag ist wie ein Jahr, der zweite wie ein Monat und der dritte wie eine Woche. Die übrigen siebenunddreißig Tage entsprechen gewöhnlichen Tagen. Zusammengerechnet ergibt dies ungefähr ein Jahr und zweieinhalb Monate. Seine Verführung macht deutlich, wie entscheidend es ist, den Glauben nicht allein an äußeren Erscheinungen, Macht oder vermeintlichen Wundern auszurichten.

Während dieser Prüfung kommt Jesus, ʿĪsā ibn Maryam, am weißen Minarett östlich von Damaskus herab. Beim gemeinsamen Gebet überlässt er dem muslimischen Anführer die Leitung. Dieser Anführer wird gewöhnlich als Mahdi verstanden, im betreffenden Muslim-Hadith jedoch nicht ausdrücklich so genannt.

Jesus verfolgt danach den Dajjal und tötet ihn am Tor von Ludd. Damit endet dessen Verführung. Doch eine weitere schwere Prüfung folgt: Yaʾdschūdsch und Maʾdschūdsch erscheinen. Jesus zieht sich mit den Gläubigen zum Ṭūr zurück. Sie bitten Allah um Hilfe, woraufhin Allah diese Völker vernichtet und die Erde von ihren Hinterlassenschaften reinigen lässt.

Darauf folgt eine Zeit des Friedens, des Segens und des Überflusses. Die Erde bringt außergewöhnlich viele Früchte hervor. Überliefert sind auch sieben Jahre, in denen keine Feindschaft zwischen den Menschen besteht. Diese Zeit darf jedoch nicht ohne Weiteres mit den sieben Jahren der Herrschaft des Mahdi gleichgesetzt werden.

Jesus stirbt später, und die Muslime verrichten das Totengebet über ihn. Die unterschiedlichen überlieferten Zeitangaben erlauben es nicht, aus allen Ereignissen einen lückenlosen Jahresplan zu erstellen. Es wird dabei sogar erzählt, dass er neben dem Propheten Muhammad ﷺ in Madina begraben werden soll.

Zu den weiteren großen Zeichen danach gehören der Rauch, drei große Erdversenkungen, der Sonnenaufgang im Westen und das Tier der Erde. Ihre genaue Stellung innerhalb des gesamten Ablaufs ist nicht vollständig gesichert. Auch deshalb muss zwischen klar überlieferten Reihenfolgen und späteren Zusammenstellungen unterschieden werden.

Schließlich lässt Allah die letzten Gläubigen durch einen Wind sterben. Sie erleben den eigentlichen Weltuntergang nicht. Zurück bleiben die schlechtesten Menschen, die sich erneut dem Götzendienst zuwenden. Über sie bricht danach die Stunde herein.

Ein Feuer treibt die Menschen zu ihrem Versammlungsort. Diese Sammlung findet noch auf der Erde statt und ist von der Auferstehung zu unterscheiden. Die genaue Reihenfolge dieses Feuers und des Windes lässt sich aus den Überlieferungen nicht eindeutig bestimmen. Der gewaltige Hornstoß beendet schließlich das irdische Leben.

Die Beschäftigung mit der Endzeit soll den Menschen zur Wachsamkeit, zur Standhaftigkeit und zur aufrichtigen Anbetung Allahs führen. Ihr Maßstab bleibt die Treue zum edlen Koran und der Sunna des Propheten ﷺ. Dazu gehören auch, gesicherte Überlieferungen, umstrittene Einzelheiten und eigene Deutungen sorgfältig auseinanderzuhalten.


Furkan bin Abdullah
Sontra den 19.03.1448 / 30.09.2026

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