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15.03.2026 2

IMAM AS-SUBKĪ

– Biografie –

IMAM AS-SUBKĪ

Name und Herkunft

Abū Nasr Tādsch ad-Dīn ʿAbd al-Wahhāb ibn ʿAlī ibn ʿAbd al-Kāfī as-Subkī (arabisch: تاج الدين السبكي) war einer der bedeutenden Gelehrten des 14. Jahrhunderts.

Er wurde 727 n.H. (1327 n. Chr.) im Dorf Subk al-Ahād in Ägypten geboren. Seine Familie war bekannt für ihr großes Wissen und ihre Gelehrsamkeit. Sein Vater war der berühmte Gelehrte Taqī ad-Dīn as-Subkī, von dem er einen großen Teil seines Wissens erhielt.

Später zog er nach Damaskus, das damals ein wichtiges Zentrum islamischer Wissenschaften war. Dort verbrachte er einen großen Teil seines Lebens und starb schließlich 771 n.H. (1370 n. Chr.).

 

Bildung und Lehrer

Imām as-Subkī wuchs in einer Umgebung voller Gelehrsamkeit auf. Schon als Kind begann er mit dem Studium von:

  • Hadith

  • Fiqh (islamische Rechtswissenschaft)

  • Tafsīr

  • Aqidah (Glaubenslehre)

  • Geschichte (Tarīkh)

Zu seinen wichtigsten Lehrern gehörten:

  • sein Vater – Taqī ad-Dīn as-Subkī, einer der größten Schafiʿitischen Gelehrten seiner Zeit

  • Imam adh-Dhahabī, ein berühmter Hadith- und Geschichtswissenschaftler

  • Abū Hayyān al-Gharnātī al-Andalusī, ein großer Gelehrter der arabischen Sprache und Tafsir

Diese Lehrer prägten seine wissenschaftliche Ausbildung stark.

 

Seine wissenschaftliche Ausrichtung

Imām as-Subkī war ein vielseitiger Gelehrter und beschäftigte sich mit mehreren islamischen Wissenschaften.

Seine wichtigsten Fachgebiete waren:

  • Tarīkh (Geschichte der Gelehrten und des Islam)

  • Fiqh

  • Aqidah

  • Hadith

Im Fiqh folgte er der Rechtsschule von Imam asch-Schāfiʿī.
In der Glaubenslehre (‘Aqidah) folgte er der Schule von Imam al-Aschʿarī.

 

Seine Stellung als Richter

In Damaskus wurde er zum Qāḍī al-Qudāt (oberster Richter) ernannt. Diese Position war eine der höchsten religiösen Ämter im damaligen islamischen Staat.

Als Richter war er bekannt für:

  • Gerechtigkeit

  • tiefe Kenntnis des islamischen Rechts

  • Mut, auch gegenüber mächtigen Personen die Wahrheit zu sagen

Viele Menschen respektierten ihn für seine Unabhängigkeit und seinen starken Charakter.

 

Seine Werke

Imām as-Subkī schrieb zahlreiche Werke in verschiedenen Wissenschaften. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören:

1. Tabaqāt ash-Schāfiʿiyyah al-Kubrā
Ein berühmtes historisches Werk über die Gelehrten der schafiitischen Rechtsschule.

2. Dschamʿ al-Dschawāmiʿ
Ein wichtiges Werk über Usūl al-Fiqh (Grundlagen der islamischen Rechtswissenschaft).

3. Qāʿidah fi al-Dscharh wa at-Taʿdīl
Ein Werk über die Wissenschaft der Hadith-Überlieferer.

Diese Bücher gehören bis heute zu den wichtigen Werken der islamischen Gelehrsamkeit.

 

Eine berühmte Anekdote

Eine bekannte Geschichte über Imām as-Subkī zeigt seinen Mut und seine Gerechtigkeit.

Als er Richter in Damaskus war, kam einmal ein einflussreicher Mann mit großer Macht zu ihm in einen Rechtsstreit. Viele Menschen hatten Angst, gegen diese Person zu urteilen.

Doch Imām as-Subkī entschied den Fall streng nach islamischem Recht, ohne auf den Status oder die Macht des Mannes zu achten.

Als einige Menschen ihn später fragten, ob er keine Angst gehabt habe, antwortete er sinngemäß:

„Der Richter steht zwischen Allah und den Menschen. Wenn er die Wahrheit verlässt, hat er Allah verraten.“

Diese Geschichte zeigt seinen Mut, seine Gerechtigkeit und seine Gottesfurcht.

 

Sein Tod

Imām Tādsch ad-Dīn as-Subkī starb 771 n.H. (1370 n. Chr.) in Damaskus. Sein Tod war ein großer Verlust für die Gelehrtenwelt.

Sein Wissen, seine Bücher und seine Schüler sorgten jedoch dafür, dass sein Einfluss auf die islamische Wissenschaft bis heute erhalten blieb.

 

„Eine kleine Tat mit Aufrichtigkeit ist besser als viele Taten ohne Aufrichtigkeit.“ (Imam Subki)

„Das schönste Ergebnis des Wissens ist ein guter Charakter.“ (Imam Subki)

„Je mehr Wissen ein Mensch besitzt, desto mehr sollte seine Demut wachsen.“ (Imam Subki)

 

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